Wenn's Streit gibt mit einem Nachbarn

Nachbarschaftskonflikte vermeiden

Streitigkeiten zwischen Nachbarn können das Zusammenleben auf lange Sicht trüben. Wie beugt man vor bzw. wie reagiert man im Konfliktfall?

Streitereien kommen leider gelegentlich vor. Mit gutem Willen und ausreichender Information lässt sich vermeiden, dass so etwas ausartet.
 

Tipps zur Konfliktregelung

  • Durchs Reden kommen die Leute zusammen, heißt es. Suchen Sie, wenn es einen Konflikt gibt, das Gespräch mit Ihrem Nachbarn und handeln Sie dabei nach der Devise: moderat im Ton, aber entschieden in der Sache. Vielleicht ist Ihrem Nachbarn gar nicht bewusst, dass er durch ein bestimmtes Verhalten Ihr Wohlbefinden beeinträchtigt.
  • Wenn Sie sich unsicher fühlen: Ziehen Sie eine Vertrauensperson bei. Gibt es in Ihrer Wohnanlage einen gewählten Eigentümervertreter oder eine Person mit einer ähnlichen Funktion? Gelegentlich finden sich in Stadtteilzentren Mediatoren, die Nachbarschaftskonflikte in geordnete Bahnen führen können.
  • Erkundigen Sie selbst sich darüber, was erlaubt ist und was nicht. Unter Umständen ist das Verhalten, das Sie beanstanden wollen, ortsüblich.
  • Den Streit vor Gericht zu bringen, sollte immer das allerletzte Mittel sein.
     

Was Nachbarn dürfen – ausgewählte Beispiele

  • Klavierspielen: Beim Klavierspielen kommt wie bei vielen Themen die Frage der Ortsüblichkeit ins Spiel. Als ortsüblich wird im städtischen Bereich zwei Stunden Klavierspielen pro Tag angesehen.
  • Hundegebell: Das hängt ebenfalls davon ab, was ortsüblich ist und was nicht. In einer Siedlung mit mehreren Hunden wird die Ortsüblichkeit anders bewertet werden als in einer Wohnanlage, wo nur ein einziger Hund gehalten wird. Die Erregung ungebührlichen Lärms (auch die Unterlassung, seinen Hund mit artgerechten Mitteln zu beruhigen) ist jedenfalls eine Verwaltungsübertretung, die entsprechend geahndet wird.
  • Katzenhaltung: Im ländlichen Raum wird gemäß höchstgerichtlicher Rechtsprechung das Freilaufen von Katzen als üblich angesehen. Die so genannte Anbindehaltung von Katzen ist aus Tierschutzgründen nicht erlaubt. Dass Katzen in der einen oder anderen Form Ihr Grundstück benutzen, werden Sie mehr oder minder freudig tolerieren müssen. Die einschlägige Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes gilt unter Beobachtern als tendenziell katzenfreundlich. 
  • Kinder: Wenn Babys schreien, dann ist das so. Die Tages- oder Nachtzeit, zu der sie das tun, kann man sich nicht aussuchen. Auch Kinderlärm ist etwas, das Sie normalerweise tolerieren werden. Das heißt natürlich nicht, dass der zwölfjährige Sohn des Nachbarn 24 Stunden am Tag Lärm machen darf. Wie überall, so gibt es auch beim Thema Kinderlärm gelegentlich Grenzen.

In den allermeisten Fällen verläuft das Zusammenleben zwischen Nachbarn durchaus harmonisch. Sollte es zu einem Konflikt kommen, so beherzigen Sie die eingangs erwähnten Ratschläge. Sollte es aber gar nicht ohne rechtlichen Beistand gehen, so leistet Ihnen eine Rechtsschutzversicherung gute Dienste. Ihr Raiffeisenberater informiert Sie über alle Details.

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